Lehre Universität Göttingen im Sommersemester 2013

Bilder der Gegenwart. Eine kunst- und bildwissenschaftliche Perspektive auf das digitale Bild

Dr. Harald Klinke

Inhalt

Das digitale Bild ist inzwischen allgegenwärtig und bereits tief in den Lebensalltag eingedrungen. Dadurch regelt es nicht nur die Art und Weise wie wir Fotos machen oder mit Computerspielen interagieren. Das neue Bildmedium bestimmt vielmehr, wie wir die Welt wahrnehmen und unsere Wahrnehmung visuell kommunizieren. In unserer Kultur ist jedermann jederzeit und überall digital vernetzt und bewegt sich ständig in virtuellen Bildwelten, die entweder digitalisiert oder programmiert sind. Die Kunstgeschichte war von jeher auch eine Bildgeschichte und hat über den medialen Vergleich der Objekte ihre jeweiligen Besonderheiten herausgearbeitet, um die ästhetischen Möglichkeiten und produktiven Grenzen des Mediums auszuloten. Aus diesem Grund ist es gerade die Disziplin Kunstgeschichte, die die gegenwärtigen und längst nicht abgeschlossenen Entwicklungen des neuen Bildmediums begleiten kann. So stellen sich zunächst Fragen nach dem Begriff des „Digitalbildes“ oder „Digitalfotos“. Dahinter verbergen sich technische, aber auch philosophische Fragen nach einer Theorie des Bildes und seines Mediums. Schließlich kann ein historischer Vergleich der Bildmedien Aufschluss über die Ontologie des digitalen Bildes geben.

Auswahlbibliografie

  • Peter Lunenfeld: Digital Photography. The Dubitative Image, in: Snap to Grid, Cambridge, Mass., 2000, 55-69
  • Gundolf S. Freyermuth, Lisa Gotto (Hg.): Bildwerte, Visualität in der digitalen Medienkultur, Bielefeld, 2012
  • Florian Schaper: Bildkompetenz, Kunstvermittlung im Spannungsfeld analoger und digitaler Bilder, Bielefeld 2012

    FoLL-Projekt zusammen mit Lars Stamm, geschlossene Arbeitsgruppe

    Als Kick-Off des Projekts findet am 05.-06.04.2013 eine Tagung statt mit dem Titel „Euphorie und Angst – Reaktionen auf neue Bildmedien im digitalen Zeitalter“.