Veranstaltungen SoSe 2009


Schlüsselqualifikation Bildkompetenz

Ein Bild zu sehen heißt nicht, es zu verstehen. Der Umgang mit Bildern muss gelernt werden. Bildkompetenz bedeutet, zu verstehen, welche Arten von Bildern es gibt, wie sie funktionieren, wie die Bildmedien historisch entstanden sind, wie die Wissenschaften mit ihren Bildern umgeht, wie mit Bildern kommuniziert wird, wie Bilder Sinn machen und Bedeutung tragen. Die Bildwissenschaft kann dazu Auskunft geben. Daher bietet die Universität Göttingen im Sommersemester 2009 fünf Seminare zur Bildkompetenz an, die als Schlüsselqualifikation im Zweifächerbachelor anrechenbar sind (Credits). Für Studenten der Kunstgeschichte gelten einzelne Veranstaltungen als Basisseminare.


Einführung in die Bildwissenschaft

453245, donnerstags, 10:15-11:45, PH13, (1.OG, Kunstgeschichtliches Seminar, Nikolausberger Weg 15)
SK.Kug.1: Grundlagen der Bildwissenschaft


Die Bildwissenschaft beschäftigt sich fachübergreifend mit dem Phänomen Bild in jedem Medium und in jeder Form. Das Seminar soll einen Überblick über die Grundfragen und die Geschichte der Bildwissenschaft vermitteln. Es richtet sich an Studierende aller Fächer, die sich für allgemeine Bilderfragen oder speziell für den Umgang mit Bildern in ihrer Einzeldisziplin interessieren. Gemeinsam werden Schlüsseltexte diskutiert und damit die Kompetenz erworben, bildwissenschaftliche Fragestellungen in ihren fachlichen Kontext zu stellen und die theoretischen Erkenntnisse an praktischen Beispielen anzuwenden. Das Seminar thematisiert unter anderem die Ursachen des iconic turns, Ziele, Bereiche und Grenzen der Bildwissenschaft sowie die Herangehensweisen der daran beteiligten Disziplinen.

- Gottfried Boehm (Hrsg.): Was ist ein Bild?, München, 2001


Kunstgeschichte als Bildgeschichte *

453244, montags, 18:15-19:45, PH13, (1.OG, Kunstgeschichtliches Seminar, Nikolausberger Weg 15)
SK.Kug.2: Bildwissenschaftliche Methodenlehre
B.Kug.01-11.2 (zu MR): Grundlagen der Kunstgeschichte


Der Gegenstandsbereich des Fachs Kunstgeschichte ist längst nicht mehr auf die europäische Hochkunst beschränkt. Vielmehr wurde sie immer wieder auch um Bereiche nicht-künstlerischer Bilder erweitert. Das Seminar vermittelt an zahlreichen Beispielen kunsthistorische Methoden und Ergebnisse im Hinblick auf einen erweiterten Bildbegriff und den daraus resultierenden Wandel des Kunstbegriffs. Ziel der Veranstaltung ist es, die Möglichkeiten und Grenzen einer kunstgeschichtlichen Bildwissenschaft und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit zu erarbeiten. Das Seminar soll auf diese Weise Methoden der Kunstgeschichte sowie Selbstverständnis und Zukunft des Fachs vermitteln. Es richtet sich an Studierende der Kunstgeschichte und alle, die sich für Herangehensweisen an Bilder aller Art interessieren. Unter anderem werden Texte von Warburg, Gombrich und Panofsky besprochen.

- Horst Bredekamp: Bildwissenschaft, in: Metzler Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart, 2003


Visuelle Wahlkampfkommunikation: Politische Ikonographie der Bundestagswahl 2009

453247, montags, 14:15-15:45, VG 4.102, Verfügungsgebäude
SK.Kug.4: Bildanalyse


Seit Cicero gilt das gesprochene oder geschriebene Argument als die schärfste Waffe in der politischen Auseinandersetzung. In der gegenwärtigen Medienrevolution wird jedoch die visuelle Kommunikation ein immer wichtigeres Instrument zur Vermittlung politischer Inhalte. Bildkompetenz bedeutet in diesem Zusammenhang sowohl ein Verständnis der Rezeptions- wie auch der Produktionsprozesse. Am Beispiel des aktuellen Wahlkampfs zur Bundestagswahl (27. September 2009) vermittelt das Seminar einen Einblick in die Strukturen der journalistischen Medien, ihrer Selektionsmechanismen und Steuerungsmöglichkeit sowie einen historischen Vergleich mit Beispielen politischer Bildpropaganda, Bildinszenierungen und Strategien im digitalen Bilderkrieg. Das Seminar richtet sich an alle, die sich als Bürger oder als politisch Aktive für die visuelle Kommunikation und den aktuellen Wahlkampf interessieren.

- Marion G. Müller: Grundlagen der visuellen Kommunikation. Theorieansätze und Methoden, Konstanz, 2003


Einführung in die Geschichte der Bildmedien

453243, dienstags, 14:15-15:45, VG 2.106, Verfügungsgebäude
SK.Kug.5: Geschichte der Bildmedien


Spricht man von Bildern, muss man technisch von Bildträgern sprechen. Erst eine Mediengeschichte des Bildes kann die historische Entwicklung verfolgen, mit der der Zusammenhang zwischen Medium und Bildinhalt sowie die Veränderung im Umgang mit Bildern deutlich wird. An zahlreichen Beispielen von Albrecht Dürer bis Bill Viola wird in diesem Seminar vom klassischen Tafelbild ausgegangen, dessen Eigenschaften mit den technischen Möglichkeiten der (Re-) Produktion im Kupferstich und der Fotografie bis zum digitalen und vernetzten Bild verglichen wird. Auf diese Weise können Medien aus ihrem historischen Zusammenhang heraus begriffen und gegenwärtige Tendenzen und Transformationsprozesse neuer Bildmedien eingeordnet und bewertet werden. Dabei werden Schlüsseltexte der Medientheorie von McLuhan bis Flusser diskutiert.

- Werner Faulstich: Mediengeschichte. Bd. 1: Von den Anfängen bis 1700, Bd. 2: Von 1700 bis ins 3. Jahrtausend, Göttingen, 2006


Technische Grundlagen des digitalen und vernetzten Bildes *

453248, Sa, 6., 13., 20.6., 10-17 Uhr
453249, Sa, 27.6., 4., 11.7., 10-17 Uhr
Kursraum der GWDG in der SUB
SK.Kug.6: Digitale Bildbearbeitung und Präsentation
B.Kug.01-21.Mp (TR): Künstl. Techniken/Terminologie


Um das digitale und vernetzte Bild zu verstehen, ist ein Verständnis seiner technischen Grundlagen und kommunikativen Eigenschaften notwendig. Das Seminar vermittelt ein technisches und historisches Verständnis der Digitaltechnik sowie praktische Erfahrungen im Umgang mit elektronischen Medien zur Anwendung im Studium: Übungen mit Photoshop, Word, Powerpoint und Internetdiensten befähigen zum kompetenten Umgang mit digitalen Bildern (Speicherung, Verarbeitung, Präsentation und Verbreitung). Das Seminar richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen auch mit geringen Vorkenntnissen.
Aufgrund der begrenzten Arbeitsplätze ist eine verbindliche Anmeldung auf StudIP erforderlich. Eine Vorbesprechung mit Referatsvergabe für beide Termine findet am Fr, 24.4. um 18:00 im Raum PH13 (1.OG, Kunstgeschichtliches Seminar, Nikolausberger Weg 15) statt.

- Mattias Nyman: 4 Farben - ein Bild, Berlin, 2004
- http://netzbild.blogspot.com/



Alle Veranstaltungen sind als Schlüsselqualifikation im Zweifächerbachelor anrechenbar, außer für Studenten der Kunstgeschichte. Mit * gekennzeichneten Veranstaltungen gelten auch als Basisseminar in der Kunstgeschichte (MR bzw. TR). Voraussetzung für benotete Credits ist die regelmäßige aktive Teilnahme sowie ein Referat/Hausarbeit.
Mehr Informationen auf StudIP, im Handapparat der Bibliothek des Kunstgeschichtlichen Seminars, unter 0551/39-5449 oder in Raum 106.


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Mehr Informationen auf stud.ip

Kontakt:
Dr. Harald Klinke
Email
Raum 106
Kunstgeschichtliches Seminar
Nikolausberger Weg 15
37073 Göttingen
Tel.: 0551/39-5449
Fax: 0551/39-22069
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